Die Dachdecker-Innung Paderborn warnt vor unseriösen Dachdeckerfirmen, die zurzeit von Haus zu Haus ziehen und Dacharbeiten zu absoluten Tiefstpreisen anbieten.
"Das Problem ist nicht neu, und doch fallen immer wieder Menschen auf die alte Masche herein", weiß der Obermeister der Dachdecker-Innung und PaderHaus-Mitglied, Alfons Löhr, zu berichten.
Die Methoden der so genannten Dachhaie seien dabei immer die selben: "Die erste Kontaktaufnahme findet meist durch einen "Drücker" statt", schildert er die Vorgehensweise. Dieser böte eine Fassaden- oder Dachsanierung zu einem absoluten Dumping-Preis an.
Löhr warnt: "Wer da einen Pauschalauftrag unterschreibt, hat schon verloren". Selbst wenn ein Preislimit schriftlich fixiert sein sollte - etwa "Komplettes Dach eindecken für 25.000 Euro" - sei der Hausherr übel dran.
"Die so genannten Handwerker beginnen mit der Arbeit. Ist dann ein Teil des Daches abgedeckt, werden angeblich weitere Schäden entdeckt, und der Hausbesitzer förmlich erpresst: Entweder er zahlt jeden Preis oder die Arbeiter ziehen ab", berichtet der Obermeister.
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Alfons Löhr, Obermeister der
Dachdecker-Innung und
Mitglied im PaderHaus |
Ein anderer Weg der unseriösen Handwerkskolonnen sei der, den Hausbesitzer zu überrumpeln. Dabei schrecke man auch nicht davor zurück- etwa bei einer Begehung - das Dach selbst zu beschädigen oder dem möglichen Kunden mitgebrachte Ziegelscherben oder auch faules Holz als Beweis für den maroden Zustand des Daches zu präsentieren. Das Angebot für die Sanierung folge natürlich auf dem Fuße.
Daher rät die Dachdecker-Innung Paderborn zur Vorsicht bei Haustürgeschäften. "Ich kann nur davor warnen, zwischen Tür und Angel einen Reparaturauftrag zu erteilen. Wenn auch Haustürgeschäfte innerhalb von zwei Wochen widerrufen werden können, so sollte man vor Auftragserteilung in jedem Falle sicherheitshalber bei der Dachdecker-Innung anrufen und sich erkundigen, ob der Betrieb dort Mitglied oder zumindest bekannt ist", rät Löhr.
Wochenspiegel, 22. April 2009: Artikel als PDF |